Hinweise der Landeskirche zum Umgang mit der Coronavirus-Pandemie

Im Moment haben wir noch keine Gottesdienste mit Abendmahl geplant. Sobald eine Regelung für die Abendmahlfsfeiern gefunden ist, laden wir wieder zum Empfang des Abendmahls ein. Bitte wenden Sie sich gern an die Pfarrerinnen und Pfarrer, wenn Sie ein Hausabendmahl im Familienkreis feiern möchten.

Was bleibt von diesem Jahr? Nein, nein, ich meine nicht das gerade erst begonnene Kalenderjahr, das erste Jahr unserer vereinigten Gemeinde, sondern das Jahr des Unsichtbaren. Seit März geistert es durch die Welt, durch die täglichen Nachrichten, durch unsere Köpfe, verändert die Sprache, verwirrt die Gedanken, bestimmt das Verhalten. Wer hätte gedacht, dass ein winziges, unsichtbares Virus die ganze Welt verändern kann? Wir sehen es nicht, wir mögen es nicht, wir brauchen es nicht und doch wirkt es.

Was bleibt nach diesem Weihnachtsfest? Eine andere Stille, ein Gefühl der Kleinheit, der Verlassenheit, aber ebenso auch eine neue Dankbarkeit und Freude über scheinbare Kleinigkeiten, ein neues Staunen über die Kraft und das Licht der Weihnachtsbotschaft von diesem kleinen Kind in der Krippe, so etwas wie eine verschriebene Demut, ein Heilmittel für die Seele.

Was bleibt von 38 Jahren Pfarrerleben? Das frage ich mich zum Beginn meines Ruhestandes. Ja, klar hatte ich mir den Abschied anders vorgestellt, eher virenfrei und mit »allem Volk«. Doch wenn ich an den Beginn meines Pfarrerseins denke, waren da unsichtbare »Wanzen« ein großes Thema und wenig Volk auf dem Weg zur Kirche. Es gab sie immer, die unsichtbaren Begleiter, im Bösen wie im Guten.Ich bin dankbar, dass mich Gott begleitet und geleitet hat, dass ich so viele groß artige, liebevolle Menschen kennenlernen durfte, und dass ich die Botschaft von Jesus Christus und dem Gott mit Namen »Ichbinda« weitersagen konnte, hier in Dresden und an vielen anderen Orten.

Was bleibt?

Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist! (Lukas 6,36) Die Jahreslosung weist uns den Weg. Mit Rechthaberei, Schuldzuweisungen oder Fake News, in feindseliger, verschworener Kumpanei oder auch allein kommen wir nicht zum Ziel.

Seid barmherzig! Das bleibt unsere Aufgabe. Nehmt euch eure Mitmenschen zu Herzen, wie eine Mutter oder ein Vater das eigene Kind, wie zu Weihnachten. Seht, dass Gott eure Barmherzigkeit braucht, sich schutzlos ausliefert wie das Kind in der Krippe, wie Jesus auf dem Weg durch die Passion. Seid barmherzig!

Herzlich grüßt Sie Ihr Pfarrer Dieter Rau

 


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