Hinweise der Landeskirche zum Umgang mit der Coronavirus-Pandemie

»GOTT LIEBEN, DAS IST DIE ALLERSCHÖNSTE WEISHEIT.«

Mit dem Monatsspruch für September grüße ich Sie ganz herzlich. Vielleicht freuen Sie sich noch auf Ihren Urlaub. Vielleicht sind Sie schon wieder zurück, und der Alltag hat wieder angefangen.

Das Wort aus Jesus Sirach 1,10 passt auf beide Situationen. Es ruft uns zu: Öffne Deine Augen! Nimm die Schönheit seiner Schöpfung wahr! In Deinem Urlaub kannst Du so viel entdecken. Egal, ob Du in der Ferne oder in der Nähe weilst. Als ich neulich Verwandte in Niedersachsen besuchte, entdeckte ich einen leeren Rahmen mitten in der Landschaft. Es war eigentlich nichts Besonderes zu sehen. Kein Berg, kein Meer, keine Burg. Nur ein Dorf in der Landschaft. Der Rahmen schärfte meine Sinne. Ich erfreute mich am Grün der Bäume und der Gräser. Ähnliche Situationen fielen mir ein. Vor kurzem erblickte ich bei einem Spaziergang ein Reh mit seinem Kitz. Anstatt still zu verweilen und den Augenblick zu genießen, holte ich mein Handy hervor, um ein Foto zu schießen. Die Rehe liefen natürlich weg. Ein andermal sah ich in diesem Sommer ein Storchennest mit Jungen. So viel echte Natur war ich gar nicht mehr gewöhnt. Ich dachte zunächst, die Störche wären Attrappen. Zum Glück konnte ich anschließend in Ruhe betrachten, wie die Eltern die Kleinen versorgten.

»Gott lieben, das ist die allerschönste Weisheit. Und er gewährt sie, denen er sich zeigt, sodass sie ihn schauen.« So geht der Bibelvers weiter. Aufs Sehen kommt es an. Im Urlaub, wenn sich mir Spektakuläres bietet, oder eben das Kleine, Unscheinbare. Und im Alltag: vielleicht wage ich mal einen neuen Blick auf meine Mitmenschen. Ich könnte auch mein Gegenüber in einen Rahmen stellen. Ihn als einzigartigen Menschen betrachten, als Geschöpf Gottes. Und überlegen: In welcher Umgebung steht er? Welche Kleidung passt zu ihm? Welche Weisheit kann ich mit ihm zusammen entdecken? Wer sich Zeit zum Sehen nimmt, wird Gottes Schöpfung lieben. Gott wird sich ihm offenbaren. Diese Weisheit lernen wir nicht nur in Schule und Arbeitswelt. Hierzu ist Muße nötig, Ferien, freie Zeit. Solche erfüllte Zeit wünsche ich Ihnen und Euch in diesem Sommer

Ihre Pfarrerin Carola Ancot


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