Hinweise der Landeskirche zum Umgang mit der Coronavirus-Pandemie

Ab sofort könnten sich Gruppen und Kreise unter Einhaltung der Hygienebestimmungen unserer Kirchgemeinde wieder treffen. Genaue Informationen erhalten Sie bei den Verantwortlichen.

»Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.« (Psalm 18, 30)

Während ich diese Zeilen schreibe, sitzen wir mit der ganzen Familie in Quarantäne. Abgeschnitten vom Leben da draußen, hinter den Mauern unserer vier Wände: Erzwungener Abstand, jeglicher Kontakt unterbunden, Absonderungsbescheid vom Gesundheitsamt.

Mancher von Ihnen hat diese Situation auch erlebt, war vielleicht noch dazu erkrankt. In den Pfl egeheimen waren die Älteren besonders hart von Isolation betroff en. Nun stellen die Statistiken fest: Soziale Isolierung ist für Menschen – egal ob alt oder jung – alles andere als gesundheitsfördernd! Wir sind nicht dafür gemacht, allein zu bleiben und dauernd Abstand zu halten. Darunter leidet die Lehramtsstudentin im onlineStudium genauso wie der ehemalige Kraftfahrer im Altenheim.

Am 13. August – 60 Jahre Mauerbau – werden wir erinnert, dass die Trennung von Freunden und Verwandten jahrelang Alltag war; erzwungener Abstand, jeglicher Kontakt unterbunden. Damals fanden Christen und auch Nichtchristen in der Kirche eine Nische für ein wenig mehr Freiheit und Austausch, für Begegnungen mit Partnergemeinden aus Westdeutschland. Auch kritische Gedanken hatten hier Platz und man konnte »mit Gott über Mauern springen«.

Schaff t es die Kirche auch heute, Hoff nung hinauszutragen zu Menschen, die isoliert sind, keinen Kontakt haben, vereinsamen? Unsere regelmäßigen Gottesdienste in Pfl egeheimen konnten lange Zeit nicht stattfi nden. Mit Posaunenandachten im Freien haben wir versucht, »mit Gott über Mauern zu springen« und Hoff nung durch Fenster und Türen in die Pfl egeinrichtungen zu tragen. Aber Vereinsamung in Isolation betreff en auch junge Menschen, auch in unserem Stadtteil.

Ich wünsche mir, dass wir als Kirchgemeinde JohannesKreuzLukas »mit Gott über Mauern springen«, dass wir den erzwungenen Abstand überwinden und Glaubenshoff nung verbreiten – auch mit dieser neuen Ausgabe des Gemeindebriefes »BEI UNS«. Hier erfahren Sie, wo BEI UNS in der Gemeinde gefeiert, gebetet, gesungen wird – und ich hoff e, Sie können dabei spüren: Gott ist BEI UNS, und mit ihm können wir Mauern überwinden.

Herzlich grüßt Ihre Pfarrerin Eva Gorbatschow.


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